So punkten Sie im Vorstellungsgespräch im Bereich Regulatory Affairs - Praxistipps für knifflige Fragen

Wer sich für einen Job im Bereich der Arzneimittelzulassung bewirbt, kann sich nicht an eine pauschale Regel halten, um optimal im Interview abzuschneiden. Denn jedes Unternehmen hat andere Schwerpunkte, setzt andere Prioritäten im Bewerbungsgespräch und stellt dementsprechend andere Fragen. Dennoch gleichen sich viele Fragen thematisch bzw. steckt dahinter dieselbe Absicht. Wir haben hier 10 typische Fragen mit praktischen Hinweisen für das Bewerbungsinterview im Bereich Regulatory Affairs ohne Anspruch auf Vollständigkeit für Sie zusammengestellt.

Warum wollen Sie gerade im Bereich Regulatory Affairs tätig werden?

Es gibt hier viele Möglichkeiten, um die Frage angemessen zu beantworten. Was Sie auf jeden Fall außer Acht lassen sollten, ist das Gehalt. Es wäre unangebracht, auf die guten Verdienstmöglichkeiten in der Pharmabranche hinzuweisen. 

Sinnvollere Gründe wären:

  • Ich möchte für schnelle und transparentere Prozesse bei der Zulassung von Pharmaprodukten sorgen.
  • Ich möchte Menschen helfen, die ernsthafte Probleme haben.
  • Ich brenne dafür, komplexe rechtliche Probleme zu lösen.
  • Ich möchte dafür sorgen, dass wichtige Arzneimittel schneller auf den Markt kommen und gleichzeitig sicher sind.
  • Ich schätze einen Beruf mit großer Abwechslung, da kein Zulassungsprozess dem anderen gleicht.

Wichtig dabei ist, dass Ihre Antwort auch zum jeweiligen Unternehmen passt. Somit wären wir schon beim nächsten Step.

Was ist Ihr Steckenpferd im Bereich Regulatory Affairs?

Gerade Einsteiger in der Arzneimittelzulassung bringen noch wenig Erfahrung mit. Dennoch sollten Sie sich im Vorfeld im Klaren sein, welche Bereiche Sie besonders interessieren. Sinnvoll kann es auch sein, Bereiche zu nennen, in welchen Sie sich bei Ihrem neuen Arbeitgeber weiterentwickeln wollen.

Sie sollten auch begründen können, warum Sie ein bestimmtes Gebiet in der Pharmabranche interessiert. Sinnvolle Begründungen können z.B. sein, dass Sie vor allem die Fragestellungen in diesem Bereich reizen oder Sie persönliche Beweggründe haben, sich auf diesen Bereich zu spezialisieren.

Die Angabe Ihre favorisierten Bereiche hilft Ihren künftigen Arbeitgebern u.a. auch dabei, einzuschätzen, ob Sie später z.B. in verschiedenen Sektionen übergreifend eingesetzt werden können. Das ist insbesondere in größeren Konzernen wichtig oder für Unternehmen relevant, die ihre Arzneimittel nicht nur für einen Zweck zulassen wollen. Ein Beispiel sind z.B. Medikamente, die sowohl psychische als auch körperliche Leiden lindern können. Ein weiteres Beispiel wäre z.B. Acetylsalicylsäure, die sowohl gegen Kopfschmerzen als auch gegen zu hohen Blutdruck eingesetzt werden kann.

Warum wollen Sie überhaupt im Bereich Regulatory Affairs arbeiten?

Diese Frage können Sie wie oben mit Ihrer Motivation beantworten. Häufig impliziert die Frage aber auch, warum Sie sich für die Pharmabranche entschieden haben und nicht für eine Position in einer Zulassungsbehörde. Damit wollen Unternehmen z.B. abklären, ob Sie den Job nur als Zwischenstation betrachten, oder sich wirklich langfristig einbringen wollen.

Welche Stärken und Schwächen haben Sie?

Das ist eine typische Frage, die so oder ähnlich in jedem Bewerbungsgespräch kommen kann. Geht es um Stärken, die sich auf die Stelle beziehen, sollten Sie diese nicht überbetonen, sondern möglichst sachlich schildern. Am besten liefern Sie praktische Beispiele oder Belege aus Ihrer bisherigen Berufs- oder Ausbildungspraxis.

Wichtige Stärken sind z.B. Verlässlichkeit, Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit.

Schwächen in Bezug auf Ihren Beruf sollten Sie ehrlich nennen, aber gleich mögliche Maßnahmen aufzählen, wie Sie mit diesen Schwächen umgehen können. Typische Schwächen wären z.B. „Nicht Nein sagen können“ oder „Geringe Berufserfahrung“. 

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Warum soll es genau dieses Unternehmen sein?

Diese Frage ist ein Klassiker im Bereich Regulatory Affairs. Für die Beantwortung ist Vorbereitung nötig. Informieren Sie sich im Vorfeld genau, wer das Unternehmen gegründet hat, welche Schwerpunkte es dort gibt und welche Werte vertreten werden. Holen Sie Informationen über Referenzen und Produkte ein. In der Regel finden Sie alle relevanten Hinweise auf der Firmenwebsite. Eine einfache Internetrecherche (aka: Google-Suche) kann aber auch sinnvoll sein.

Versuchen Sie sich, die wichtigsten Eckdaten und Kerninformationen für das Vorstellungsgespräch einzuprägen.

Im Bewerbungsgespräch bringt es Pluspunkte, wenn Ihre eigenen Werte mit den Werten der Kanzlei übereinstimmen. Das sollten Sie positiv erwähnen. Um die Frage nach dem „Warum gerade wir?“ ausführlich zu beantworten, sollten Sie auch erklären können, wie sich Ihr potenzielle Arbeitgeber in Ihren Augen von den Mitbewerbern abhebt und wie Sie sich Ihre eigene Zukunft dort vorstellen können.

Haben Sie sich nur bei uns beworben?

Hier sollten Sie ehrlich sein und angeben, ob Sie sich auch bei anderen Firmen beworben haben. Das kann von Vorteil sein, denn ist die Unternehmen an Ihnen interessiert, werden die Personalverantwortlichen im Hinterkopf haben, dass Sie noch weitere „Eisen im Feuer“ haben.

Welches Gehalt haben Sie sich vorgestellt?

In vielen Unternehmen waren Gehälter lange Zeit ein gut gehütetes Geheimnis. Mittlerweile gibt es hier mehr Transparenz. Informieren Sie sich im Vorfeld über übliche Gehälter in Ihrem Bereich und für Ihre Berufserfahrung. Orientieren Sie sich daran, wenn Sie eine Zahl nennen. 

Pokern Sie nicht zu hoch, verkaufen Sie sich aber auch nicht zu günstig. Da der Bereich Regulatory Affairs sehr stark trendet und der Kampf um die passenden Bewerber/innen groß ist, können Sie in der Regel bei Gehaltsverhandlungen etwas höher ansetzen als der Durchschnitt, den Sie ermittelt haben.

Wichtig: Natürlich müssen Sie bei hohen Gehaltsforderungen auch liefern können. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Auch wenn Sie keine weitere Frage haben, sollten Sie nicht mit einem Schweigen oder einem schlichten „Nein“ antworten. Bedanken Sie sich auf jeden Fall noch einmal für das Interview (unabhängig davon, ob es gut oder schlecht gelaufen ist) und fragen Sie z.B. am Ende nach, wann Sie eine Rückmeldung zur Bewerbung erhalten. 

Wer als Regulatory Affairs Manager/in arbeiten möchte, muss sich auf knifflige Fragen im Vorstellungsgespräch einrichten. Allerdings gilt auch hier wie in jedem anderen Bewerbungsgespräch: Je authentischer Sie sind, desto besser für das Interview. 

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