Deutschland mit neuen Klimazielen - Klimaneutralität im Jahr 2045

Deutschland musste aufgrund einer Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts seine Klimaziele nachschärfen. Im Juni 2021 stimmte der Bundestag schließlich einem verbesserten Klimaschutzgesetz zu. Es sieht vor, dass die Bundesrepublik bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein soll. Damit wurde dieses Ziel gegenüber der vorherigen Version um fünf Jahre vorgezogen. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die neuen Klimaziele und wie die BRD diese erreichen will.

Die neuen Klimaziele im Überblick

  • Deutschland soll bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden: Klimaneutral bedeutet in diesem Fall nicht, dass die Industrie oder Haushalte kein CO2 mehr ausstoßen werden. Die Treibhausgasemissionen sollen dann nur noch in der Höhe erfolgen, wie die Natur kompensieren kann. In anderen Worten: Es soll kein CO2 mehr in die Atmosphäre gelangen. Klimaneutralität ist auf diese Weise „nur“ zu 97 Prozent möglich. Die restlichen drei Prozent sollen dann durch Aufforstungsprojekte oder künstliche Speicherung von CO2 ergänzt werden.
  • Nach 2045 soll Deutschland „negative“ Emissionen erzeugen. 
  • Es wurden feste Ziele der Reduktion definiert. Hierbei wurde das Jahr 1990 als Vergleichsgröße für die CO2-Emissionen herangezogen. Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent, zehn Jahre später schon um 88 Prozent und 2045 schließlich um 100 Prozent reduziert werden.

Wo genau soll CO2 eingespart werden?

Die CO2-Einsparungen betreffen alle Bereiche, auch die privaten. Im Klimaschutzgesetz werden für sechs zentrale Wirtschaftsbereiche verbindliche Richtwerte festgelegt. Betroffen sind der Energiesektor, die Industrie, die Gebäudewirtschaft, die Abfallwirtschaft, der Verkehr und die Landwirtschaft. Die jeweils aufgeführten Obergrenzen für die Jahre bis 2030 wurden im Zuge der Novellierung des Klimaschutzgesetzes nochmals reduziert.

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Da der Industrie und der Energiewirtschaft die höchsten CO2-Emissionen zugeschrieben werden, müssen in diesen Bereichen auch die größten Einsparungen erfolgen. So soll allein der Energiesektor bis zum Jahr 2030 über 175 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.

Mit welchen Maßnahmen sollen die neuen Klimaziele erreicht werden?

Vor allem im Privatsektor bzw. im Gebäudesektor fördert der Bund Hausbesitzer mit insgesamt mehr als 5,5 Milliarden Euro, die in die energetische Sanierung von Immobilien investiert werden wollen. 

Durch die Förderung von Radwegen und den Ausbau des Schienenverkehrs sollen die Emissionen im Verkehr sinken. 

In der Industrie soll die Förderung von Wasserstoff den CO2-Ausstoß deutlich senken. Die Stahlindustrie gehört mit zu den größten Emittenten von klimaschädlichen Gasen. Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff anstelle von Koks und Kohle bei der Stahlherstellung sollen jährlich viele Millionen Tonnen CO2-eingespart werden. Der so hergestellte Stahl soll in vielen Bereichen der Industrie verbindlicher Rohstoff werden.

Finanziert werden soll die Förderung klimafreundlicher Verfahren u.a. durch das Anheben des CO2-Preises. Der Ausbau erneuerbarer Energien hat zum Ziel, den Kohleausstieg zu beschleunigen.  Neue Windkraftanlagen und Pläne zum verpflichtenden Einbau von PV-Technik auf Neubauten sind Teil der Maßnahmen für eine Reduktion der Treibhausgase bei der Energiegewinnung.

Wie steht es um das 1,5-Grad-Ziel?

Im Pariser Klimaabkommen von 2016 haben es die Unterzeichner zum Ziel erklärt, die Erderwärmung möglichst unter 1,5 Grad zu halten. Auch das deutsche Klimaschutzgesetz sieht sich diesem globalen Ziel verpflichtet. Allerdings gibt es zahlreiche Experten, die davon ausgehen, dass das Ziel nicht erreicht werden kann, auch wenn Deutschland seine CO2-Emissionen bis 2045 auf Null senkt. Manche Klimaschutzexperten raten z.B. dazu, die Emissionsreduktion bis 2030 auf 70 Prozent zu steigern, um das 1,5-Grad-Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Kritik an den Klimazielen der Bundesregierung 

Allgemein herrscht in Deutschland in großen Teilen der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz, was die Einhaltung von Klimazielen oder den Klimaschutz allgemein angeht. Allerdings sind viele Verbraucher kritisch, wenn Klimaschutz für sie höhere Kosten bei Brennstoffen oder Treibstoff bedeutet. Auch die für die Gebäudesanierung notwendigen Investitionen werden von vielen Bürgern abgelehnt.

Kritisch sehen viele Bürger den Ausbau der Windkraft. Sie wollen zwar grünen Strom, doch lehnen sie Windräder in der Landschaft und ihrer Umgebung eher ab. Darüber hinaus gelten in manchen Bundesländern wie Bayern sehr strenge Regeln für die Abstände von Windrädern zu bewohnten Gebäuden. Entsprechend gering ist der Ausbaugrad der Windenergie in diesem Bundesland.

Kritik üben viele Klimaforscher, denn ihnen gehen die Ziele der Bundesrepublik nicht weit genug. Sie argumentieren, dass die CO2-Einsparungen nicht ausreichen würden, um die globale Erwärmung zu stoppen. Sie fordern stattdessen eine komplette Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft und kein Stückwerk wie die bisherigen staatlichen Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes. Ähnlich denken auch viele Umweltschutzverbände. Sie fordern z.B. auch ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen zur Senkung der CO2-Emissionen.

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Auf Seiten der Industrie wird bemängelt, dass es sich beim Klimaschutzgesetz in Deutschland um eine isolierte Aktion handelt. Grundtenor: Es muss eine europäische Lösung gefunden werden, weil Deutschland bzw. die deutsche Industrie nicht allein verantwortlich für den Klimaschutz gemacht werden kann.

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