9 Tipps für eine gesunde Fehlerkultur in Unternehmen

Niemand macht gerne Fehler, dennoch passieren sie uns oder anderen täglich. Umso wichtiger ist es deshalb neben der Fehlerprävention, dass wir uns einen produktiven Umgang mit Fehlern angewöhnen. Wir zeigen Ihnen deshalb neun Tipps für eine gesunde Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen.

Warum überhaupt eine Fehlerkultur etablieren?

Immer dann, wenn Menschen zusammenarbeiten, können Fehler entstehen. Diese können vom Zahlendreher in der Kalkulation eines Angebots bis hin zum Bedienerfehler an einer Maschine oder einem zwischenmenschlichen Malheur reichen.

Da niemand Fehler zu 100 Prozent ausschließen kann, ist es umso wichtiger, mit Fehlern leben zu lernen. Mit einer etablierten Fehlerkultur sparen Sie in Ihrem Unternehmen nicht nur wertvolle Zeit durch den Wegfall endloser Diskussionen um die Schuldfrage, sondern Sie sorgen gleichzeitig dafür, sich kontinuierlich mit jedem Fehler weiterzuentwickeln, Ihr eigenes und das Handeln Ihrer Mitarbeitenden auf ein höheres Level zu heben.

Eine gesunde Fehlerkultur bedeutet somit einen wichtigen Erkenntnisgewinn für künftige Handlungen und motiviert Mitarbeitende, nicht nur ausgetretene Pfade zu beschreiten, sondern mutig auch etwas Neues auszuprobieren.

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So können Sie die Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen verbessern

1. Sprechen Sie über Fehler.

Fehler werden in Firmen häufig zum Tabu, über das nicht gesprochen wird. Um eine nachhaltige Fehlerkultur zu etablieren, sollten Sie hingegen immer offen über Fehler sprechen bzw. Ihren Mitarbeitenden jederzeit die Möglichkeit geben, über ihre Fehler zu sprechen. So schaffen Sie eine Atmosphäre, in welcher nicht Sie aktiv nach möglichen Fehlern suchen, sondern Sie sich gemeinsam mit Ihrem Team auf die Suche nach möglichen Ursachen für entstandene Fehler begeben.

2. Werden Sie selbst zum Vorbild und gestehen Sie sich Fehler ein.

Als Führungskraft haben Sie jederzeit eine wichtige Vorbildfunktion für Ihre Mitarbeitenden. Deshalb sollten Sie z.B. sich selbst eingestehen, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Zum einen zeigen Sie so Ihre menschliche Seite und zum anderen sehen Ihre Beschäftigten exemplarisch, wie man produktiv mit einem Fehler umgehen kann. Gleichzeitig werden Mitarbeitende ermutigt, eigene Fehler einzugestehen.

3. Definieren Sie Bereiche, in welchen Fehler explizit erwünscht sind.

Um Mitarbeitende zu motivieren, neue Wege, Methoden, Produkte oder anderes auszuprobieren und sich selbst zu erproben, können Sie bestimmte Bereiche im Unternehmen festlegen, in welchen Fehler explizit erlaubt sind. So können alle Beteiligten dort ganz frei lernen, mit gemachten Fehlern umzugehen. Diese Freiheit wird Ihre Beschäftigten besser für mögliche Fehlerquellen in anderen Bereichen sensibilisieren.

4. Gehen Sie offen mit Fehlern um und teilen Sie Ihre Erfahrung mit anderen.

Niemand gibt gerne einen Fehler zu. Doch wenn Sie Ihre Mitarbeitenden ermutigen, sich bei Fehlern zu öffnen und ihre eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen, geben Sie allen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und im wahrsten Sinne des Wortes „aus Fehlern zu lernen“.

Um Fehler zu besprechen, bieten sich verschiedene Formate an, z.B. die Retrospektive aus dem agilen Projektmanagement. So können zu einem festen Termin wöchentlich oder monatlich in der Rückschau Fehler gemeinsam besprochen und analysiert werden.

5. Belohnen Sie Mitarbeitende, die eigene Fehler zugeben.

Sich selbst einen Fehler einzugestehen, ist für viele Menschen eine große Hürde. Umso mehr sollten Sie es wertschätzen, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter zu einem Fehler steht. Belohnen Sie dieses Verhalten z.B. mit einer Würdigung vor dem gesamten Team oder etablieren Sie eine Art Belohnungssystem mit einer speziellen „Auszeichnung“. Hier können Sie ganz kreativ sein. Wenn es um das Etablieren einer gesunden Fehlerkultur geht, spielen Belohnungen eine wichtige Rolle. Denn wenn das eigene Handeln mit etwas Positivem verknüpft wird, sind wir motivierter, beim nächsten Mal genauso zu handeln.

6. Definieren Sie Fehler als wichtigen Erkenntnisgewinn.

Schon in der Schule werden wir geprägt, dass Fehler etwas Negatives sind, z.B. durch die rote Korrekturfarbe im Diktat. Hier ist ein wichtiges Umdenken erforderlich. Integrieren Sie Fehler als Erkenntnisgewinn in Ihre Unternehmensphilosophie. Denn Fehler sind ebenso wichtiger Bestandteil im Unternehmen wie Erfolge oder Strategien.

7. Sprechen Sie sachlich über Fehler.

Um eine gesunde Fehlerkultur zu etablieren, ist es notwendig, Fehler möglichst auf der Sachebene zu analysieren. Emotionen sollten hier keinen Platz haben, denn allzu schnell kann sonst aus einem Gespräch über mögliche Patzer ein Gewirr aus Schuldzuweisungen werden, aus dem die Beteiligten nicht mehr so schnell herausfinden. Sorgen Sie deshalb in Gesprächen immer wieder dafür, dass der Fokus auf dem Problem selbst liegt und nicht auf den damit verbundenen Emotionen.

Etablieren Sie im Team den wichtigen Leitsatz: “Es ist immer der Fehler das Problem, nicht die Person, die ihn gemacht hat.”

8. Arbeiten Sie mit Humor.

Eine Prise Humor kann eine angespannte Situation schnell deeskalieren. Humor hilft z.B. den Verursachern des Fehlers dabei, sich nicht allzu lange zu grämen. Selbstverständlich geht es nicht primär darum, Fehler kleinzureden. Allerdings kann ein wenig Gelassenheit im Umgang mit Fehlern dafür sorgen, dass die Frage der Schuld nicht in den Vordergrund gerät.

9. Lassen Sie Fehler Fehler sein.

Wer in die Vergangenheit blickt, neigt häufig dazu, vieles positiver darzustellen als es wirklich war. Das gilt insbesondere für negative Dinge. Allerdings sollten Sie für eine nachhaltige Fehlerkultur hier gegensteuern. Um aus gemachten Fehlern zu lernen und Abläufe oder Prozesse zu verbessern, sollten alle Beteiligten vergangene Fehler so exakt wie möglich vor Augen haben. Zu diesem Zweck bietet es sich an, Fehler so genau wie möglich zu dokumentieren und zu analysieren.

Don’ts beim Umgang mit Fehlern

Eine gesunde Fehlerkultur entsteht nicht von heute auf morgen. Umso wichtiger ist es, die gängigen Fallstricke zu kennen, die Sie auf dem Weg dorthin behindern können. Diese drei Dinge sollten Sie vermeiden, wenn Sie in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Abteilung eine nachhaltige Fehlerkultur etablieren wollen:

  • Suchen Sie keine Schuldigen

Wenn Fehler gemacht werden, neigen wir Menschen immer schnell dazu, die Schuldfrage zu stellen. Doch tatsächlich ist eine solche Frage nur vor Gerichten oder bei Versicherungen wichtig, im Umgang mit Fehlern im Unternehmen eher kontraproduktiv.

Als Führungskraft sollten Sie im Gespräch einzeln oder im Team zunächst eruieren, wie es zu dem Fehler kam. In der Mehrheit der Fälle geschah er unbeabsichtigt. Nur wenn es sich um bewusstes „Fehlverhalten“ handelt, sollten die Verantwortlichen mit entsprechenden Konsequenzen belegt werden.

  • Vermeiden Sie Vorwürfe

Akzeptieren Sie, dass Fehler passieren. Sie sind menschlich und entstehen immer dann, wenn Menschen handeln. Wenn ein Fehler verursacht wurde, ergibt es wenig Sinn, den Betroffenen Vorwürfe zu machen. Nutzen Sie lieber die Gelegenheit, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um künftig entsprechende Fehler zu vermeiden.

  • Kontrollieren Sie die Arbeit Ihrer Mitarbeitenden nicht permanent.

Wer ständig bei jedem Arbeitsschritt kontrolliert wird, verliert nicht nur schnell das Vertrauen in die Führungskraft, sondern verliert gleichzeitig seine Motivation und die Freude an der Arbeit. Durch zu viel Kontrolle könnten Sie z.B. erst Recht Fehler provozieren, weil Ihrer Mitarbeitenden nicht mehr richtig bei der Sache sind und sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel sollten Arbeitgeber*innen ohnehin darauf achten, dass das Betriebsklima optimal ist, um eine hohe Fluktuation zu verhindern.

Das Mindset für eine gesunde Fehlerkultur entsteht nicht auf Knopfdruck

Eine gelebte Fehlerkultur als Teil der Corporate Identity ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und Übung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Fehlerkultur nicht als abgeschlossenen Prozess betrachten, sondern als wichtigen Bestandteil Ihrer täglichen Arbeit als Führungskraft.

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