Wechselwilligkeit von Bewerbern in Zeiten von Corona

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt in Deutschland innerhalb von wenigen Monaten um 180 Grad gedreht. Unternehmen haben ihr technisches Setup auf den neuesten Stand gebracht, um ihren Mitarbeitern Homeoffice und Remote Work zu ermöglichen. 50 % der Firmen empfanden diese Umstellung als sehr herausfordernd, dies zeigt unsere aktuelle Umfrage unter über 500 Kunden und Kandidaten. Doch nicht nur Unternehmen hatten mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen, auch Jobsuchenden wurden in dieser Zeit viele Steine in den Weg gestellt.  

Im folgenden Artikel gehen wir auf die Wechselbereitschaft von Bewerbern in Zeiten von Corona ein. Dabei beleuchten wir die Herausforderungen für Jobsuchende, den Wandel der Job-Ansprüche, den Handlungsbedarf von Unternehmen und geben aktuelle Tipps für Bewerber. 

Corona-Pandemie – und jetzt? 

Ein Jobwechsel kann unterschiedliche Gründe haben: Eine berufliche Neuorientierung, Unzufriedenheit im derzeitigen Job oder ein Jobverlust aufgrund einer Pandemie. Die Entscheidung einen neuen Jobs anzutreten, ist für den Einzelnen von enormer Wichtigkeit, aber auch eine ungewohnte Situation, die oftmals mit Stress verbunden ist. Zu Beginn der Corona-Pandemie haben daher viele potentielle Bewerber das Risiko eher gescheut, sich nach einer neuen Stelle umzusehen. Ihnen war die Sicherheit ihrer jetzigen Anstellung wichtiger. 

Aufgrund der Einschränkungen und Auswirkungen der Krise, waren viele Menschen mit anderen Sorgen beschäftigt. Kindertagesstätten und Schulen mussten in Deutschland von Heute auf Morgen schließen. Eltern waren gezwungen ihre Kinder von zu Hause aus zu unterrichten - das war vor allem für berufstätige Elternteile eine große Herausforderung. Des Weiteren waren auch Altersheime von einer Schließung betroffen und viele Familien mussten sich um ihre älteren Familienmitglieder kümmern.  

2021 dürfen Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflegen leider immer noch nur in reduziertem Umfang besucht werden. Auch der Schulunterricht findet weiterhin im Wechselunterricht statt. Hinzu kommen Berufstätige, die auch wie bisher die Pflege von Angehörigen selbst organisieren müssen, weil Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege geschlossen haben oder Betreuungskräfte aus dem Ausland noch nicht wieder unterstützen dürfen. Ein Jobwechsel hat daher keine hohe Priorität, wenn dieser nicht existentiell notwendig ist.

Die Herausforderungen der Jobsuche während einer Pandemie 

Während der Pandemie haben viele Unternehmen die Entscheidung getroffen, Kurzarbeit anzumelden oder Einstellungsstopps sowie Budgetkürzungen anzuordnen. Infolgedessen gibt es auf der einen Seite weniger interessante Jobangebote und auf der anderen Seite eine gestiegene Bewerbernachfrage. Das und die Tatsache, dass viele Bewerber, aus Mangel an Angeboten und unterbesetzten Personalabteilungen, nur selten oder gar keine Antwort auf Bewerbungen erhalten, erschweren die Jobsuche massiv.   

Interessanterweise rücken in der Corona-Pandemie Themen, wie „Arbeitsatmosphäre“ und „Work-Life-Balance“, in den Mittelpunkt. Dies kann positive, aber auch negative Folgen haben. Zum Beispiel kann es zu einer enormen Jobunzufriedenheit kommen, wenn Arbeitnehmern die Option des Homeoffices verwehrt wird, während andere Unternehmen ihre Mitarbeiter zum Arbeiten schnellstmöglich nach Hause geschickt haben. Auf kurze oder lange Sicht verschlechtert sich die Arbeitsatmosphäre und die Wechselbereitschaft steigt wieder an. 

Unsere Umfrage zeigt jedoch: Auch wenn 79 % der Unternehmen bestätigen, dass die Suche nach Fachkräften mit den passenden Skills herausfordernd ist, so stellt der Arbeitsort, aufgrund des Remote Arbeitens, kein großes Problem mehr dar. Und tatsächlich: 56 % der Kandidaten suchen mittlerweile an mehr Standorten als bisher nach Jobs. Unternehmen erhalten so einen entscheidenden Vorteil in dieser wettbewerbsintensiven Arbeitswelt, denn so können sie in Zukunft auf mehr MINT-Experten aus verschiedenen Regionen und mit breiteren Qualifikationen zugreifen.

In Zeiten von Corona ist Remote Arbeit ein immer wichtiger Punkt bei der Jobsuche geworden. Wir bieten Ihnen daher zahlreiche Vakanzen im MINT-Bereich an, die Home office anbieten. Informieren Sie sich jetzt auf unserer Homepage und bewerben Sie sich direkt auf unsere Stellenanzeigen.

Stellenangebote (Remote Arbeiten)

Neue Arbeitswelt – Neue Ansprüche 

Aufgrund von Corona und den daraus resultierenden Möglichkeiten, wie das Arbeiten im Homeoffice, haben sich auch die Job-Ansprüche der Bewerber verändert. Folgende Punkte haben an Wichtigkeit gewonnen: 

  • Krisenfester Job 
  • Optimale Gesundheitsvorsorge 
  • Attraktives Gehalt 
  • Jobsicherheit 
  • Sinnhaftigkeit des Jobs  
  • Sicherstellung einer Work-Life-Balance
  • Möglichkeit von Homeoffice/Remote Work 

In Bezug auf die Benefits wünschen sich 67 % der Arbeitnehmer ein 13. Gehalt, 62 % flexible Arbeitszeiten und 42 % eine betriebliche Altersvorsorge.  

Handlungsbedarf bei den Unternehmen 

Laut unserer Umfrage suchen 58 % der Unternehmen im MINT-Bereich bereits wieder nach neuen Fachkräfte. 70% davon wünschen sich Bewerber mit dem geforderten Fachwissen. Um potenzielle Talente daher nicht an Konkurrenten zu verlieren, müssen Firmen entsprechend reagieren.  

Wie bereits erwähnt, wurden viele Unternehmen regelrecht dazu gezwungen, die Einführung von Remote- und flexibler Arbeit zu beschleunigen. Doch man ist sich einig, dass die Umstellung auf Remote Arbeit langfristig ein wichtiger Bestandteil der neuen Arbeitswelt bleiben wird. Des weiteren müssen Stellenanzeigen optimiert werden. Vor allem die Möglichkeit der flexiblen und mobilen Arbeit und die unternehmerischen Benefits sollten in den Vakanzen erwähnt werden. Zudem sollten aktuelle Probezeitmodelle neu überdacht und darauf geachtet werden, dass die Firma technisch so gut aufgestellt ist, dass ein digitaler Rekrutierungsprozess keine Herausforderung darstellt. Letzteres stellt optimale Bedingungen für die Suche nach potenziellen Bewerbern dar. Durch ein digitales Vorstellungsgespräch, aber auch virtuelles Onboarding kann für  Sicherheit während der Corona-Pandemie gesorgt werden. Sind die passenden Hygienemaßnahmen getroffen, können persönliche Gespräche aber auch vor Ort stattfinden.  

Unsere Tipps für Jobsuchende 

Aufgrund der Tatsache, dass seit der Corona-Krise weniger interessante Stellenausschreibungen zu finden sind, ziehen immer mehr Jobsuchende in Erwägung, sich auch eine Arbeit abseits der Wunschbranche zu suchen. Unser Tipp: Überlegen Sie sich, welche Bereiche Sie besonders interessieren. Dabei macht es Sinn, sich über den aktuellen Arbeitsmarkt zu informieren. Welche Branchen sind derzeit besonders gefragt? Welche Bereiche bleiben auch in Zukunft relevant? Durch die zunehmende Automatisierung und die K.I.-Forschung sind IT-Spezialisten, wie Cloud-Ingenieure, Softwareentwickler und Datenbank-Experten, immer gefragter. 

Ein weiterer Tipp unsererseits ist die Pflege des persönlichen Netzwerks. Bewerber sollten soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn für ihre Jobsuche nutzen und ihr Profil stets auf dem aktuellen Stand halten. Je interessanter ihr Profil, desto attraktiver wirken Sie auf Personaler.  

Ein letzter Tipp für Jobsuchende: Die Unterstützung durch eine Personalberatung. Sie möchten sich beruflich neu orientieren oder eine neue Karriere einschlagen? Wir von Progressive Recruitment unterstützen Sie bei der Suche nach interessanten und neuen Herausforderungen im MINT-Bereich. Wir unterstützen Sie von Beginn an bei der Suche und bereiten Sie bestmöglich auf den Bewerbungsprozess vor. Melden Sie sich direkt bei unseren Teams oder bewerben Sie sich auf eine unserer zahlreichen Stellenangebote. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! 

Weitere Tipps für einen Jobwechsel finden Sie in diesem Artikel.

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