So wirkt sich der demografische Wandel auf die Baubranche aus

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Dieser gravierende demografische Wandel ist in allen Branchen spürbar, doch insbesondere die Baubranche ist in doppelter Weise davon betroffen. Zum einen fehlt der Branche der qualifizierte Nachwuchs und zum anderen spielen bei Bauvorhaben immer häufiger Faktoren wie Barrierefreiheit eine Rolle.

Die Entwicklung hat schon vor mehr als zehn Jahren eingesetzt

Die Bauwirtschaft ist geprägt von körperlicher Arbeit auf der Baustelle. Und wer im Planungsbereich als Ingenieur, Architekt oder Bauplaner arbeitet, muss häufig schnell von einem Bauprojekt zum anderen reisen, trägt viel Verantwortung und muss stressresistent sein. Wer also in der Baubranche tätig ist, erlebt eine hohe Arbeitsbelastung. Viele Arbeitnehmer arbeiten deshalb gar nicht erst bis zum offiziellen Renteneintritt, sondern sind gezwungen, gesundheitsbedingt schon früher in Rente zu gehen. 

Doch die demografische Entwicklung ist leider gegensätzlich und verhindert oftmals, dass Arbeitnehmer oder Freelancer im Bau entlastet werden können. Und diese Entwicklung hat schon lange Fahrt aufgenommen. So waren im Jahr 2008 bereits mehr als 33 Prozent der Arbeitnehmer und Selbständigen im Baugewerbe mindestens 50 Jahre alt. Seither mussten fast eine Million Erwerbstätige in der Baubranche durch jüngere Nachwuchskräfte ersetzt werden. 

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Tatsächlich ging der Trend bei Neueinstellungen ebenfalls zurück, sodass der Anteil der 15- bis 24-Jährigen auf dem Bau seit 2008 um 13,4 Prozent gesunken ist. Die Bauwirtschaft steht somit bis heute vor der Herausforderung, Arbeitskräfte im Ruhestand zu ersetzen und gleichzeitig die Jobs im Bauwesen für junge Arbeitnehmer und Freelancer attraktiver zu machen. 

Die Auswirkung des demografischen Wandels im Bauwesen

Wer an aktuelle Entwicklungen in der Bauwirtschaft denkt, wird vor allem an Digitalisierung bzw. digitale Transformation denken. Doch tatsächlich gehört neben Nachhaltigkeit, Urbanisierung oder Verdichtung auch der Einfluss des demografischen Wandels dazu. Hier sind es jedoch nicht alleine die fehlenden Fachkräfte, die verrentete Arbeitnehmer ersetzen, sondern tatsächlich auch Bautrends, die das Wohnen einer alternden Bevölkerung verbessern sollen.

Der demografische Wandel trifft die Baubranche somit doppelt.

Fachkräftemangel in der Baubranche ist eklatant

Im Jahr 2019 hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag eine Erhebung durchgeführt. Sie hat ergeben, dass in der Baubranche bereits über 60% der Unternehmen unter dem Fachkräftemangel leiden. Offene Stellen können nicht mehr besetzt werden, weshalb die verfügbaren Arbeitskräfte mehr leisten müssen. Ein Teufelskreis, der zu höheren Krankenständen führen, die Arbeitssicherheit verringern, die Leistungsfähigkeit reduzieren und den Fachkräftemangel mittelfristig verstärken wird. 

Der volkswirtschaftliche Schaden

Die Baubranche ist elementar für das Wachstum einer Volkswirtschaft. Fehlen hier Arbeitskräfte durch den demografischen Wandel, können langfristig viele Projekte nicht mehr realisiert werden bzw. lassen sie sich nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung fertigstellen. Viele Bauunternehmen können aufgrund fehlender Arbeitnehmer keine Aufträge mehr annehmen. Der fehlende Wettbewerb um Bauprojekte wiederum führt zu höheren Preisen für Auftraggeber. 

Gleichzeitig geht mit dem Ausscheiden älterer Arbeitnehmer viel Knowhow und Expertise verloren. Jüngere Fachkräfte müssen diese erst aufbauen. Dementsprechend gefragt sind Experten wie Bauingenieure sowie Architekten und Bauplaner. Wer sich heute für einen dieser Jobs entscheidet, hat gute Aussichten auf eine attraktive Vergütung. 

Arbeitgeber bieten Anreize

Um in Zeiten des drängenden Fachkräftemangels überhaupt geeignetes Personal zu finden, setzen Bauunternehmer und -konzerne auf zahlreiche Anreize für qualifizierte Arbeitskräfte. Die Bandbreite reicht vom Firmenhandy über den Firmenwagen bis hin zu Angeboten wie eine kostenlose Kinderbetreuung oder Ganztagsschulen. 

Professionelle Personalvermittlung als Lösung für Fachkräftebedarf

Der zunehmende Fachkräftemangel, aufgrund des demokratischen Wandels in der Baubranche, führt zu steigendem Wettbewerbsdruck um die besten Arbeitskräfte. Von Vorteil sind Unternehmen dann, wenn sie auf professionelle Unterstützung zählen können. Fokussierte Personalberatungen im Bauwesen, so wie Progressive, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, vakante Stellen neu besetzen zu können. Unsere 80 Personalberater sind deutschlandweit für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften in der Bauwirtschaft zuständig. Dabei bedienen wir folgende Märkte:

Langfristig hilft noch ein weiterer Trend bei der Bewältigung des Fachkräftemangels in der Baubranche: Die Digitalisierung. Doch auch hier gilt, dass nur diejenigen Unternehmen die Nase vorn haben, die die besten digital-affinen Talente langfristig binden können.

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