8 Tipps für Freelancer - Liquidität sichern ohne staatliche Unterstützung

Die Corona-Pandemie hat Freelancer aus allen Branchen getroffen. Viele kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz, manch einer hat den Kampf schon verloren. Viele Selbständige haben staatliche Hilfen in Anspruch genommen. Doch es gibt darüber hinaus weitere Möglichkeiten, auch ohne staatliche Unterstützung die eigene Liquidität zu stärken. Hier kommen unsere 9 Tipps für Freelancer. 

1. Die Einkommensteuervorauszahlungen beim Finanzamt reduzieren lassen

Sinkende Einnahmen bedeuten auch eine geringere Steuerlast. Da die Vorauszahlungen für die Einkommensteuer sich aber immer auf die Einkünfte des Vorjahres beziehen, kann die Vorauszahlung aktuell zu hoch angesetzt sein. Freelancer haben die Möglichkeit, beim Finanzamt eine Reduzierung der EKS-Vorauszahlung zu beantragen, um so die steuerliche Belastung zu senken.

Nehmen Sie am besten direkt Kontakt zum Finanzamt auf oder bitten Sie Ihr Steuerbüro, den Antrag zu stellen. Aber Achtung: Sie sollten eine Senkung der Vorauszahlungen nur beantragen, wenn Ihre Einkünfte sehr wahrscheinlich über das ganze Jahr hinweg niedriger als im Vorjahr ausfallen. 

2. Umsatzsteuer- und Einkommensteuervorauszahlungen stunden lassen

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie weder Umsatzsteuer- noch Einkommensteuervorauszahlung leisten können, ist es möglich, diese Stunden zu lassen. Voraussetzung ist, dass Ihr Unternehmen durch COVID-19 starke Umsatzeinbußen hat. Die Stundung erfolgt zinsfrei bis zum 31. Dezember 2020. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Es handelt sich nur um eine Stundung. Sie müssen die Beträge später zahlen. 

3. Mit Vorkasse arbeiten

Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage insgesamt unsicherer gemacht. Um die eigene Liquidität zu sichern, ist es empfehlenswert, Zwischenrechnungen zu stellen oder sich einen Teil des Auftrags als Vorkasse bezahlen zu lassen. So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nach Abschluss Ihres Projekts ganz leer ausgehen, wenn der Kunde nicht bezahlt oder bezahlen kann. 

4. Eigene Zahlungsziele ausreizen

Um liquide zu bleiben, sollten Sie alle Möglichkeiten nutzen, um eigene Zahlungsziele so gut es geht auszureizen. So verschaffen Sie sich bei knappem Konto ein wenig Luft, um die drängendsten Rechnungen sofort zu bezahlen. 

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5. Den Vermieter um Mietstundung oder Nachlass bitten

Setzen Sie bei der Liquiditätssicherung auf die Reduktion von Fixkosten. Ein beträchtlicher Teil verschlingt die monatliche Miete. Wenn Ihr Umsatz coronabedingt deutlich zurückgegangen ist und Sie Schwierigkeiten haben, die Miete in voller Höhe zu begleichen, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Vermieter frühzeitig suchen. Denken Sie immer daran: Wer seinem Vermieter mehrere Monatsmieten schuldet, kann fristlos gekündigt werden. Legen Sie Ihrem Vermieter in einem persönlichen Gespräch dar, wie es um Ihre finanzielle Lage bestellt ist. Wenn der Vermieter kulant ist, wird er Ihnen entgegenkommen. Für viele Vermieter ist die Aussicht auf eine reduzierte Mietzahlung besser als die Aussicht auf ausstehende Mietschulden. 

6. Banken um Stundung von Raten für Darlehen bitten

Auch wenn Banken nur bis zum 30. Juni 2020 dazu verpflichtet waren, die Ratenzahlung für Verbraucherdarlehen auszusetzen, sollten Sie bei Zahlungsproblemen unbedingt in Kontakt mit Ihrer Bank bleiben. Ist absehbar, dass Sie Kreditraten nicht bedienen können, kontaktieren Sie Ihre Bank vorher! Viele Kreditinstitute sind gerade in der Krisenzeit kulanter und können Ratenvereinbarungen flexibler gestalten. 

7. Verträge vergleichen und ggf. wechseln

In Zeiten von knapper Liquidität sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, um Geld zu sparen. So bietet es sich gerade jetzt an, die Kosten für Mobilfunkverträge, Strom oder Gas genau zu prüfen. Auch die Autoversicherung sollten Sie unter die Lupe nehmen. 

Wenn Sie Ihren Vertrag kündigen und wechseln können, lassen sich in der Regel immer Kosten sparen. Nutzen Sie am besten gängige Vergleichsportale. 

8. Verstärkt Akquise betreiben 

Wenn Sie nicht gerade in der Reise- oder Veranstaltungsbranche arbeiten, sollten Sie unbedingt Akquise betreiben, um Ihre Liquidität durch neue Aufträge zu stärken. Es geht nicht allen Branchen schlecht und viele Unternehmen sind immer noch bereit, zu investieren. Nutzen Sie die frei gewordene Zeit durch verloren gegangene Aufträge, um aktiv nach neuen Kunden zu suchen. Bauen Sie ggf. Ihre Homepage aus und frischen Sie z.B. Ihr Profil oder Ihren Lebenslauf auf. 

Fazit: Auch ohne staatliche Hilfe lässt sich die Liquidität in Corona-Zeiten verbessern

Die staatlichen Zuschüsse waren für viele Solo-Selbständige existenziell wichtig. Doch es reicht nicht, sich darauf auszuruhen. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten, um als Freelancer auch ohne staatliche Unterstützung die eigene Liquidität zu erhöhen. Wichtig ist vor allem: Bleiben Sie aktiv! 

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