Nord Stream 2 – Die neue Exportpipeline für Gaslieferungen

Die Nord Stream 1, auch Ostseepipeline genannt, wurde am 08. November 2011 eingeweiht. Sie besteht aus einer Röhre und transportiert russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland. Aufgrund der positiven Erfahrungen beim Bau und Betrieb wurde bereits das Folgeprojekt „Nord Stream 2“ ins Leben gerufen.

Welche Fakten, Hintergründe und Herausforderungen es beim Bau der sogenannten „Zwillingsschwestern“ gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Fakten und Hintergründe

Nord Stream 2 ist eine ca. 1.200 Kilometer lange Pipeline, die aus zwei Röhren besteht und quer durch die Ostsee verlaufen soll. Aktuell wachsen diese täglich um 3 Kilometer.  Die Pipeline, die parallel zu Nord Stream 1 verlaufen soll, startet in Russland in der Stadt Ust-Luga und soll in Lubmin bei Greifswald enden. Zukünftig sollen um die 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in die Europäische Union geleitet werden. Zusammen können die Pipelines bis zu 110 Milliarden Kubikmeter Erdgas liefern.

Anfang 2018 begann der Bau von Nord Stream 2. Rund ein Viertel der Baumaterialien sind bereits zwischen Deutschland und Russland verlegt worden. Geplant ist, dass sie Ende 2019 fertiggestellt werden. Bei diesem Projekt ist der Staatskonzern Gazprom formal der einzige Anteilseigner. Zusätzlich unterstützen die deutschen Konzerne Wintershall - eine Tochter der BASF - und Uniper sowie die niederländisch-britische Shell, Engie aus Frankreich und OMV aus Österreich.

Dieses Projekt gilt als hochmoderne Alternative zu den bestehenden Leitungen in Europa. Die alten Systeme sind teilweise schon seit 40 Jahren in Betrieb und dementsprechend in einem schlecht gewarteten Zustand.

Deutschland als größter Befürworter des Projekts Nord Stream 2

Durch den Ausstieg aus der Steinkohle (2018), Atomkraft (2022) und Braunkohle (2038) entstehen in Zukunft Versorgungslücken, dieNord Stream 2 Pipeline nicht schnell genug durch erneuerbare Energien ausgefüllt werden können. Da der Brennstoff nicht nur für das Heizen gebraucht wird, sondern auch in der Stromerzeugung immer wichtiger wird, benötigt Deutschland eine Alternative. Ein weiteres Problem ist, dass global der Zuwachs des Gasbedarfs in den nächsten 20 Jahren um 50% steigen wird. Im Gegenzug sinkt die Eigenproduktion dieses Gases um 50%. Somit muss eine Übergangszeit geschaffen werden, da die Bundesrepublik immer mehr von Importen abhängig sein wird. Durch Nord Stream 2 könnten voraussichtlich 26 Millionen Haushalte in ganz Europa versorgt werden.

Die neuen „Zwillingsschwestern“ tragen dazu bei, dass Europa auch in Zukunft sicher mit Gas versorgt wird. Mit den zwei Röhren wird der Gastransport effizienter gestaltet und entspricht zusätzlich dem höchsten Umweltstandard.

Da das russische Pipelinegas eine günstige Bezugsquelle ist und Russland stark auf Einnahmen aus Rohstoffexporten angewiesen ist, ist diese Lösung für beide Länder zudem profitable.

Herausforderungen in vielen Bereichen

Das „Nord Stream 2“ – Projekt ist aus politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht sehr umstritten. Es führt aktuell zu Spannungen zwischen Deutschland, Europa, Russland und den USA. 

Zum einen fürchten Polen und die Ukraine ihren Status als Transitland, wegen der sinkenden Bedeutung der existierenden Pipelines auf dem Landweg. Sie sorgen sich um die Transitgebühren, die sie bislang durch die Durchleitung von russischem Gas durch ihre Pipelines erhalten.

Zum anderen ist die USA ein großer Gegner der zwei Röhren. Deren Ziel lautet, Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, kurz: LNG) an Europa zu verkaufen. Die USA möchte in den nächsten Jahren Exportkapazitäten schaffen, mit denen die zukünftige Flüssigerdgas-Nachfrage gedeckt werden könnte. Das verflüssigte Gas kann in Schiffen transportiert werden. Somit kann die USA jedes Land beliefern, das einen LNG-tauglichen Hafen besitzt, wie zum Beispiel Polen. Doch das Flüssiggas ist derzeit um einiges teurer, als das Erdgas aus Russland.

Zusätzlich bringt US-Präsident Donald Trump Sanktionen ins Spiel. Trump ist der Meinung, dass sich Deutschland zu sehr von Russlands Energielieferungen abhängig machen könnte. US-Energieminister Rick Perry kündigte im Mai an, dass demnächst ein Gesetz vorliegen wird, das Strafen gegen die an Nord Stream 2 beteiligten Unternehmen vorsehen wird.

Entgegen allen Vorwürfen hält Deutschland fest an Nord Stream 2. Doch bis die „Zwillingsschwestern“ erst einmal in Betrieb sind, wird es bis dahin noch viele Diskussionen geben. Fest steht, dass der Bau der Röhren zügig voranschreitet, damit das Ziel, diese bis Ende 2019 fertig erstellt zu haben, auch eingehalten werden kann.

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